Aufgezäumt

By 3. Juni 2014Termine

Was doch so alles an Pferdekopf angebracht werden kann. Verzeihung auch “in” einen Pferdekopf, respektive dem Maul. Schaut man sich heute ein hoch dotiertes Springchampionat an, könnte man alleine über die Vielfalt der kreativ angebrachten Zäumungen eine Doktorarbeit schreiben. Das will ich Ihnen nicht antun. Aber ein kleiner Einblick schadet hin und wieder nicht.
Gebisse. Bei ordnungsgemäßem Gebrauch und einer feinen Reiterhand, und nur in dieser Kombination, sind sie sicherlich dazu geeignet, um die Feinjustierung einzustellen. Häufig jedoch verursacht blankes Metal auf den Zahnleisten, die aus Haut und Knochen bestehen und sehr empfindlich sind, Schmerzen. Wie Sie sich das vorstellen können? Ziehen Sie sich mal eine Kette übers Schienbein. Bei harter Hand, scharfem Gebiss und einem uneinsichtigen Reiter, dem es egal ist, ob dem Pferd die Zunge gequetscht wird, kann bzw. wird es verheerende Folgen für das Pferd haben.

Für die Zäumung auf Kandare, egal ob im Englisch – oder Westernbereich, gilt je länger die Anzüge oder Shanks, umso größer die Hebelwirkung. Druck auf die Zunge, den Gaumen und das Genick. Auch das Wort Zungenfreiheit kann man durchaus falsch interpretieren. Je höher die Zungenfreiheit umso “wirkungsvoller” das Gebiss. Das Pferd kann den Druck, welcher auf die Laden einwirkt, mit der Zunge nicht mehr ausgleichen.
Zudem bewirkt eine hohe Wölbung mehr Druck auf den Gaumen. Aber auch das ganz harmlos wirkende, doppelt gebrochene Gebiss hat so seine Tücken. Ist das Mittelstück beispielsweise zu lang, kommt es leicht vor, dass das Gelenk auf die Zahnleisten drückt.
Denken Sie jetzt aber bitte nicht, dass man “Gebisslos” weniger Schäden anrichten kann. Natürlich die Zahnleiste und die Zunge werden geschont.
Der empfindliche Nasenrücken ist manchmal jedoch schonungslos dem ausgesetzt, was Herr oder Frau Reiter gerade gut finden. Gebisslos kann eine sehr gute Alternative zum Gebiss sein. Man muss sich jedoch bewusst werden, wie sie wirkt. Viele gebisslose Zäumungen funktionieren über die Hebelwirkung. Es wird Druck auf den Nasenrücken und auf das empfindliche Genick ausgeübt. Je dünner die Auflagefläche und je härter das Material desto punktueller der Druck. Auch hier muss die Verschnallung berücksichtigt werden. Eine gebisslose Zäumung darf nicht zu tief verschnallt werden, dem Pferd wird sprichwörtlich die Luft zum Atmen genommen. Falsch verschnallt kann es, unangenehm auf die Austrittstelle (For infraorbitale) eines empfindlichen Nervs (N. Infraorbitales ) drücken.
Auch ein Knotenhalfter kann in ungeübten Händen zur Katastrophe für das Pferd werden.
Gleiche gilt für den Kappzaum. Eigentlich unentbehrlich zum Longieren. Gebisse sind hier sowieso aus der Diskussion. Aber auch hier gilt: Passen muss er.
Unpassend und zur Seite rutschend, hat das Pferd oft die Hälfte des Kappzaums im Auge. Zudem ist in die meisten Kappzäume, von der Serreta bis hin zum Wiener Kappzaum, Metall eingearbeitet welches, wenn der Kappzaum schlecht sitzt, schmerzhaft über den Nasenrücken gezogen werden kann.
Jedoch egal was wir verwenden, das Wichtigste ist die Reiterhand. Sie degradiert eine Zäumung zum Marterinstrument oder macht sie zum feinen Kommunikationsmittel.

Text u.Idee: Geitner /Schmid

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Michael Geitner

Pferdetrainer
Michael Geitner (geb. 1964), mittlerweile einer bekanntesten und erfolgreichsten Pferdetrainer Deutschlands wuchs auf einer der ersten Western-Ranches in Deutschland auf. Er ist Autor diverser, erfolgreicher Pferdeliteratur und entwickelte mit “Be Strict“, Dual-Aktivierung und Equikinetic pferdegerechte Trainingsarten die dazu beitragen, die Welt der Pferde zu verbessern. 1999 startete er mit „Be Strict! "eines der besten Konzepte im Umgang und der Problemlösung mit Pferden. Michael Geitner konnte mit “Be Strict“ zahllosen Menschen helfen, ihre Pferde besser zu verstehen und den Umgang mit ihnen erleichtern. Die Geschichten seiner berühmte Pony/Zebradame Zesel, die Auflage der Cavallo 2003 wahrscheinlich um einiges steigerte, war nur ein eindrucksvolles Beispiel von der Wirksamkeit dieses Konzeptes. Be Strict war das Konzept das bis heute eine wichtige Basis im Zusammenleben zwischen Mensch und Pferd darstellt. Konsequenz gepaart mit Güte und Kulanz fordert Michael Geitner zur Wahrnehmung des Partner Pferd auf. Leicht verständlich, auf sehr unterhaltsame „ Geitner Art“ erklärt, war und ist „Be strict“ ein Meilenstein der Pferdeerziehung. Ebenfalls ein Ausrufezeichen im Pferdetraining, setzte Michael Geitner 2003 mit der Entwicklung der Dual-Aktivierung. Ein hoch effektives und erfolgreiches Zusatztraining für alle Sparten der Reiterei, um die Balance und die Koordination der Pferde zu fördern. Die Dual-Aktivierung ist weit mehr. Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse untermauern die Effektivität der Dual-Aktivierung. Da Pferde die Welt weitestgehend in Grauschattierungen sehen, die Farbe Blau und Gelb jedoch wahrgenommen werden, machte Michael Geitner seine „Dualgassen“ in Blau und Gelb. Mittlerweile sind diese Farben zu seinem Markenzeichen geworden. Pferdeexperten aus der ganzen Welt nutzen die Dual-Aktivierung, um im Sport Ausbildung oder Freizeitbereich die Gesundheit und die Leistungen ihrer Pferde zu fördern. Michael Geitner ist Besitzertrainer für Galopprennpferde und erreicht mit ausschließlich „alten“ Pferden erstaunliche Erfolge. Alle Pferde sind heute als Lehrpferde im Einsatz und erfreuen sich bester Gesundheit. 2013 war der Startschuss der Equikinetic. Ein effizientes Muskelaufbauprogramm, das es ermöglicht, das Pferd einfach, aber sinnvoll zu gymnastizieren und effizient Muskulatur aufzubauen. Diese Art des Trainings wird ihren Weg gehen und die Welt von Mensch und Pferd erheblich erleichtern. Mittlerweile konnte Michael Geitner in ca. 450 Lehrgängen mit über 4000 Pferd-Mensch Kombinationen, vielen Pferden und Menschen auf den Weg helfen, eine neue partnerschaftliche Beziehung zu beginnen. Michael Geitner bietet auf seiner Anlage in Rechtmehring die Ausbildung zum Dual-Aktivierungstrainer, sowie die Pferde-Wissen-Kompakt Ausbildung an. Seine Ausbildungen sind praxisnah, verständlich und fundiert und überzeugen Jahr für Jahr sehr viele Menschen, einen neuen Berufsstart mit dieser Ausbildung beginnen.

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20. Oktober Equinight und 21. Oktober Equiday im Barockreitzentrum Heimsheim, 71296 Heimsheim
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