Die Leckerli Frage.

By 3. Juni 2014Termine

Leckerli ja oder nein als Belohnung? Wir Menschen geben sie nun mal gerne. Diese kleinen
Zwischendurchhäppchen. Der eine setzt sie gezielt als Belohnung ein, beim Anderen müsste man die
tägliche Menge an Leckerli eigentlich schon von der Futterration des Pferdes abziehen.
Kaum ein Thema spaltet auch hier wiedermal die Reiterwelt so wie dieses kleine wohlschmeckende Stückchen Futter.
Manche Menschen schwören auf Leckerlis als Belohnung im Training, andere wiederum meinen,
dass Pferde ja nun mal Pflanzenfresser sind und Gras noch nie vor Pferden die Flucht ergriffen hat
und somit Leckerli kein richtiges Belohnungsempfinden auslösen, wiederum andere brauchen sie einfach nicht.
Dass mit Belohnung nicht gemeint ist, dem Pferd bei jeder erdenklichen Gelegenheit ein Möhrchen hier, ein Apfelleckerli da und zwischendurch ein Zuckerstückchen ins Maul zu schieben, dürfte klar sein. Bei manchen Pferden kann man das bedenkenlos machen, andere erzieht man sich schnell zum Beißer.

Mit Belohnung ist gemeint, auf ein gewünschtes Verhalten, welches das Pferd zeigt, ein z.B. Leckerli zu geben, um dessen Auftretenswahrscheinlichkeit zu erhöhen.
Es gibt viele Wege ein Pferd zu belohnen, etwa Ruhe gegen Arbeit oder soziale Verstärker wie Streicheleinheiten, oder eine Kombination aus den verschiedenen Möglichkeiten, die man da so hat.
Immer sollte eine Belohnung jedoch adäquat sein und zeitnah erfolgen.
Und Leckerlis? Wahrscheinlich liegt die Wahrheit, wie so oft, in der Mitte.Vielleicht können die Leckereien nicht immer als Verstärker ersten Grades gesehen werden, aber in vielen Fällen kommt man mit deren Hilfe dadurch eben auch ein Stück weit näher ans Ziel. Es sollte individuell gesehen werden, weil nun mal jede Pferd / Mensch Kombination anders ist.
Der nimmersatte Hafi (sorry, Hafis sind einfach ein prädestiniertes Beispiel hierfür, wobei natürlich nicht alle so sind…) also der nimmersatte Hafi mit Leckerli zu belohnen kann gefährlich werden. Die Möglichkeit, dass sein gesamtes Hirn nur noch aus Leckerli besteht, ist gewaltig und macht konzentriertes Arbeiten fast unmöglich. Andere Pferde nehmen die als Belohnung gedachte Leckerei gerne an und arbeiten weiterhin konzentriert mit.
Bei Pferden, die im Fluchtmodus sind und / oder einfach nicht mehr zuhören, wird man mit Leckerli als Belohnung nicht den gewünschten Erfolg erzielen.
Hier eine generelle Aussage zu treffe ist schwer. Futter als Belohnung? Kann, muss nicht, manchmal gut, manchmal sinnlos und manchmal kontraproduktiv.

Je nach Pferd und Situation eben.

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Michael Geitner

Pferdetrainer
Michael Geitner (geb. 1964), mittlerweile einer bekanntesten und erfolgreichsten Pferdetrainer Deutschlands wuchs auf einer der ersten Western-Ranches in Deutschland auf. Er ist Autor diverser, erfolgreicher Pferdeliteratur und entwickelte mit “Be Strict“, Dual-Aktivierung und Equikinetic pferdegerechte Trainingsarten die dazu beitragen, die Welt der Pferde zu verbessern. 1999 startete er mit „Be Strict! "eines der besten Konzepte im Umgang und der Problemlösung mit Pferden. Michael Geitner konnte mit “Be Strict“ zahllosen Menschen helfen, ihre Pferde besser zu verstehen und den Umgang mit ihnen erleichtern. Die Geschichten seiner berühmte Pony/Zebradame Zesel, die Auflage der Cavallo 2003 wahrscheinlich um einiges steigerte, war nur ein eindrucksvolles Beispiel von der Wirksamkeit dieses Konzeptes. Be Strict war das Konzept das bis heute eine wichtige Basis im Zusammenleben zwischen Mensch und Pferd darstellt. Konsequenz gepaart mit Güte und Kulanz fordert Michael Geitner zur Wahrnehmung des Partner Pferd auf. Leicht verständlich, auf sehr unterhaltsame „ Geitner Art“ erklärt, war und ist „Be strict“ ein Meilenstein der Pferdeerziehung. Ebenfalls ein Ausrufezeichen im Pferdetraining, setzte Michael Geitner 2003 mit der Entwicklung der Dual-Aktivierung. Ein hoch effektives und erfolgreiches Zusatztraining für alle Sparten der Reiterei, um die Balance und die Koordination der Pferde zu fördern. Die Dual-Aktivierung ist weit mehr. Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse untermauern die Effektivität der Dual-Aktivierung. Da Pferde die Welt weitestgehend in Grauschattierungen sehen, die Farbe Blau und Gelb jedoch wahrgenommen werden, machte Michael Geitner seine „Dualgassen“ in Blau und Gelb. Mittlerweile sind diese Farben zu seinem Markenzeichen geworden. Pferdeexperten aus der ganzen Welt nutzen die Dual-Aktivierung, um im Sport Ausbildung oder Freizeitbereich die Gesundheit und die Leistungen ihrer Pferde zu fördern. Michael Geitner ist Besitzertrainer für Galopprennpferde und erreicht mit ausschließlich „alten“ Pferden erstaunliche Erfolge. Alle Pferde sind heute als Lehrpferde im Einsatz und erfreuen sich bester Gesundheit. 2013 war der Startschuss der Equikinetic. Ein effizientes Muskelaufbauprogramm, das es ermöglicht, das Pferd einfach, aber sinnvoll zu gymnastizieren und effizient Muskulatur aufzubauen. Diese Art des Trainings wird ihren Weg gehen und die Welt von Mensch und Pferd erheblich erleichtern. Mittlerweile konnte Michael Geitner in ca. 450 Lehrgängen mit über 4000 Pferd-Mensch Kombinationen, vielen Pferden und Menschen auf den Weg helfen, eine neue partnerschaftliche Beziehung zu beginnen. Michael Geitner bietet auf seiner Anlage in Rechtmehring die Ausbildung zum Dual-Aktivierungstrainer, sowie die Pferde-Wissen-Kompakt Ausbildung an. Seine Ausbildungen sind praxisnah, verständlich und fundiert und überzeugen Jahr für Jahr sehr viele Menschen, einen neuen Berufsstart mit dieser Ausbildung beginnen.

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