Grenzen und Regeln

By 3. Juni 2014Termine

Wenn ein Pferd uns anrempelt, den Hintern zudreht oder uns auf den Fuß steht, es uns hilft frühzeitig seinen Rücken zu verlassen oder gar unmissverständlich klar macht, dass es durchaus in der Lage ist, zentrierte Tritte zu setzten, spätestens dann sollten wir überlegen:
Was läuft da schief und was sollten wir möglicherweise ändern?
Für einen fairen Umgang mit dem Pferd, und um uns auf unser Pferd verlassen zu können, sind weder rohe Gewalt noch “gar keine Erziehung” hilfreich.

Um sicher durchs Leben gehen zu können, brauchen wir Grenzen, auch im Umgang mit Pferden. Diese Grenzen zu setzten und Regeln aufstellen, fängt aber nicht erst an, wenn das sonst so liebe 600 kg Pferd beschließt, einen anderen, als der von uns vorhergesehene Weg zu gehen, oder (Gott bewahre) seinem Fluchttrieb nachgeht und wir noch hinten dran hängen.
Wer nicht anfängt schon auf Kleinigkeiten zu achten, welche im täglichen Umgang wichtig sind, und das Pferd an die äußersten Grenzen gehen lässt, muss oft mit drastischen Mitteln durchgreifen. Da bekommt es dann oft den geballten Zorn des Menschen zu spüren, der sich einfach nicht mehr anders zu helfen weiß.
Natürlich wird uns das Pferd dann vielleicht nicht mehr umrennen, aber nicht weil es
uns respektiert, sondern weil es die Konsequenzen fürchtet. Vertrauen in die Führungsqualitäten ist weder mit großzügiger Nachgiebigkeit, noch mit harten Strafmaßnahmen zu erreichen. Wir gehen da oft von einem Extrem ins andere. Damit weisen wir uns aber nicht gerade als Pferdekenner aus, sondern als Menschen die es nicht verstanden haben Führung zu übernehmen.
Gerät ein Pferd an solche Menschen, ist es gezwungen, wenn es “um die Wurst geht”, selber zu entscheiden und wird dann nicht lange nachfragen … Stuft dieses Pferd im Parcours den Sprung nämlich als “nicht überwindbar” ein und vertraut seinem Reiter nicht, wird es einen Teufel tun und auf ihn hören. Es wird entscheiden, dass es nicht springt, da ihm die Konsequenzen egal sind und sein Überlebensinstinkt wichtiger ist.
Wie in jeder guten Beziehung steht das Pferd mit uns, wenn die Führungsfrage (zu unseren Gunsten) geklärt ist, im Dialog. Schließlich könnten wir ja unserer Fähigkeit Raubtiere zu erkennen plötzlich von heute auf morgen verloren haben. Das kluge Pferd baut vor und frägt nach, anstatt irgendwann als Raubtierfutter zu enden oder von einer dieser Plastiktüten gefressen zu werden.
Wer bewegt, bestimmt, wer führt. So einfach ist das. Z. B. darauf zu achten wer das Tempo bestimmt. Gehen sie ihr Tempo oder hat das Pferd es (oft ganz unbemerkt) geschafft uns auf seine Geschwindigkeit anzupassen? Ganz sicher ist, das Pferd bemerkt es.
Grenzen und Regeln bilden ein Geflecht aus Sicherheit und schaffen Vertrauen, um eine funktionierende “Beziehung” mit einem Pferd einzugehen.

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Michael Geitner

Pferdetrainer
Michael Geitner (geb. 1964), mittlerweile einer bekanntesten und erfolgreichsten Pferdetrainer Deutschlands wuchs auf einer der ersten Western-Ranches in Deutschland auf. Er ist Autor diverser, erfolgreicher Pferdeliteratur und entwickelte mit “Be Strict“, Dual-Aktivierung und Equikinetic pferdegerechte Trainingsarten die dazu beitragen, die Welt der Pferde zu verbessern. 1999 startete er mit „Be Strict! "eines der besten Konzepte im Umgang und der Problemlösung mit Pferden. Michael Geitner konnte mit “Be Strict“ zahllosen Menschen helfen, ihre Pferde besser zu verstehen und den Umgang mit ihnen erleichtern. Die Geschichten seiner berühmte Pony/Zebradame Zesel, die Auflage der Cavallo 2003 wahrscheinlich um einiges steigerte, war nur ein eindrucksvolles Beispiel von der Wirksamkeit dieses Konzeptes. Be Strict war das Konzept das bis heute eine wichtige Basis im Zusammenleben zwischen Mensch und Pferd darstellt. Konsequenz gepaart mit Güte und Kulanz fordert Michael Geitner zur Wahrnehmung des Partner Pferd auf. Leicht verständlich, auf sehr unterhaltsame „ Geitner Art“ erklärt, war und ist „Be strict“ ein Meilenstein der Pferdeerziehung. Ebenfalls ein Ausrufezeichen im Pferdetraining, setzte Michael Geitner 2003 mit der Entwicklung der Dual-Aktivierung. Ein hoch effektives und erfolgreiches Zusatztraining für alle Sparten der Reiterei, um die Balance und die Koordination der Pferde zu fördern. Die Dual-Aktivierung ist weit mehr. Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse untermauern die Effektivität der Dual-Aktivierung. Da Pferde die Welt weitestgehend in Grauschattierungen sehen, die Farbe Blau und Gelb jedoch wahrgenommen werden, machte Michael Geitner seine „Dualgassen“ in Blau und Gelb. Mittlerweile sind diese Farben zu seinem Markenzeichen geworden. Pferdeexperten aus der ganzen Welt nutzen die Dual-Aktivierung, um im Sport Ausbildung oder Freizeitbereich die Gesundheit und die Leistungen ihrer Pferde zu fördern. Michael Geitner ist Besitzertrainer für Galopprennpferde und erreicht mit ausschließlich „alten“ Pferden erstaunliche Erfolge. Alle Pferde sind heute als Lehrpferde im Einsatz und erfreuen sich bester Gesundheit. 2013 war der Startschuss der Equikinetic. Ein effizientes Muskelaufbauprogramm, das es ermöglicht, das Pferd einfach, aber sinnvoll zu gymnastizieren und effizient Muskulatur aufzubauen. Diese Art des Trainings wird ihren Weg gehen und die Welt von Mensch und Pferd erheblich erleichtern. Mittlerweile konnte Michael Geitner in ca. 450 Lehrgängen mit über 4000 Pferd-Mensch Kombinationen, vielen Pferden und Menschen auf den Weg helfen, eine neue partnerschaftliche Beziehung zu beginnen. Michael Geitner bietet auf seiner Anlage in Rechtmehring die Ausbildung zum Dual-Aktivierungstrainer, sowie die Pferde-Wissen-Kompakt Ausbildung an. Seine Ausbildungen sind praxisnah, verständlich und fundiert und überzeugen Jahr für Jahr sehr viele Menschen, einen neuen Berufsstart mit dieser Ausbildung beginnen.

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Equinight und Equiday. Reitanlage Beck, 63546 Hammersbach / Hessen
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