Links hui, rechts pfui?

By 3. Juni 2014Termine

Da reiten Sie nun vom Spazierenreiten wieder heim und…schon wieder hat das Pferd Angst vor der Parkbank. Beim Wegreiten war es schon ein Theater, dann ging es aber und jetzt fängt das Ganze wieder von vorne an. „Mann, es ist doch vorher auch dran vorbei gelaufen!„
Einen kleinen Einblick in das Pferdegehirn verrät uns, warum sich Pferde manchmal, für uns unverständlich, verhalten.
Ein Grund dafür ist die visuelle Verarbeitung im Gehirn.

Das Seh , – und Wahrnehmungsvermögen des Pferdes unterscheidet sich z.T. deutlich von dem des Menschen.
Der Mensch sieht ein Objekt deutlich mit beiden Augen. Zudem teilt sich der Sehnerv (N.Opticus), der vom Auge ins Gehirn verläuft, in der Sehnervkreuzung ( Chiasma Opticum) je zur Hälfte in beide Gehirnhälften auf, bevor er zu den Sehzentren weitergeleitet wird. Selbst wenn der Mensch sich ein Auge zu halten würde, bekommen beide Gehirnhälften genug Information um sich bewusst zu werden, dass da ein Objekt ist.
Anders beim Pferd. Erstens sieht es das Objekt meistens nur mit einem Auge und zweitens gelangt diese Information bis zu 85% in die gegenüberliegende Gehirnhälfte.
Die andere Gehirnhälfte „weiß“ nur zu ca 15%, dass das Objekt (das dem Pferd vielleicht sogar noch Angst macht, immerhin kennt doch jeder die Gefahr die von einer Parkbank ausgeht!) da ist. Das Pferd ist sich darum, auf der Seite, auf der es das Objekt nicht gesehen hat, gar nicht bewusst, dass da überhaupt eins ist …, eine Mülltonne oder eine Parkbank, Plastiktüte … Links: Kapiert, rechts nicht registriert!
Wenn ein Pferd mit der linken Seite die Parkbank sieht und erschrickt, ist diese Information, zum Großteil, nur der rechten Gehirnhälfte zugänglich. Erst wenn das Pferd die Parkbank mit dem anderen Auge auch gesehen hat, ist es beim Pferd auf beiden Seiten bewusst, dass da eine Parkbank steht. Also nicht wundern, wenn sichs am Rückweg vom Spazierenreiten an der gleichen Parkbank erneut erschrickt.

Quelle: Praxisorientierte Anatomie und Propädeutik des Pferdes :Wissdorf;Gerhards;Huskamp;Deegen;S.849 2002
Text, Bild u.Idee: Geitner /Schmid

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Michael Geitner

Pferdetrainer
Michael Geitner (geb. 1964), mittlerweile einer bekanntesten und erfolgreichsten Pferdetrainer Deutschlands wuchs auf einer der ersten Western-Ranches in Deutschland auf. Er ist Autor diverser, erfolgreicher Pferdeliteratur und entwickelte mit “Be Strict“, Dual-Aktivierung und Equikinetic pferdegerechte Trainingsarten die dazu beitragen, die Welt der Pferde zu verbessern. 1999 startete er mit „Be Strict! "eines der besten Konzepte im Umgang und der Problemlösung mit Pferden. Michael Geitner konnte mit “Be Strict“ zahllosen Menschen helfen, ihre Pferde besser zu verstehen und den Umgang mit ihnen erleichtern. Die Geschichten seiner berühmte Pony/Zebradame Zesel, die Auflage der Cavallo 2003 wahrscheinlich um einiges steigerte, war nur ein eindrucksvolles Beispiel von der Wirksamkeit dieses Konzeptes. Be Strict war das Konzept das bis heute eine wichtige Basis im Zusammenleben zwischen Mensch und Pferd darstellt. Konsequenz gepaart mit Güte und Kulanz fordert Michael Geitner zur Wahrnehmung des Partner Pferd auf. Leicht verständlich, auf sehr unterhaltsame „ Geitner Art“ erklärt, war und ist „Be strict“ ein Meilenstein der Pferdeerziehung. Ebenfalls ein Ausrufezeichen im Pferdetraining, setzte Michael Geitner 2003 mit der Entwicklung der Dual-Aktivierung. Ein hoch effektives und erfolgreiches Zusatztraining für alle Sparten der Reiterei, um die Balance und die Koordination der Pferde zu fördern. Die Dual-Aktivierung ist weit mehr. Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse untermauern die Effektivität der Dual-Aktivierung. Da Pferde die Welt weitestgehend in Grauschattierungen sehen, die Farbe Blau und Gelb jedoch wahrgenommen werden, machte Michael Geitner seine „Dualgassen“ in Blau und Gelb. Mittlerweile sind diese Farben zu seinem Markenzeichen geworden. Pferdeexperten aus der ganzen Welt nutzen die Dual-Aktivierung, um im Sport Ausbildung oder Freizeitbereich die Gesundheit und die Leistungen ihrer Pferde zu fördern. Michael Geitner ist Besitzertrainer für Galopprennpferde und erreicht mit ausschließlich „alten“ Pferden erstaunliche Erfolge. Alle Pferde sind heute als Lehrpferde im Einsatz und erfreuen sich bester Gesundheit. 2013 war der Startschuss der Equikinetic. Ein effizientes Muskelaufbauprogramm, das es ermöglicht, das Pferd einfach, aber sinnvoll zu gymnastizieren und effizient Muskulatur aufzubauen. Diese Art des Trainings wird ihren Weg gehen und die Welt von Mensch und Pferd erheblich erleichtern. Mittlerweile konnte Michael Geitner in ca. 450 Lehrgängen mit über 4000 Pferd-Mensch Kombinationen, vielen Pferden und Menschen auf den Weg helfen, eine neue partnerschaftliche Beziehung zu beginnen. Michael Geitner bietet auf seiner Anlage in Rechtmehring die Ausbildung zum Dual-Aktivierungstrainer, sowie die Pferde-Wissen-Kompakt Ausbildung an. Seine Ausbildungen sind praxisnah, verständlich und fundiert und überzeugen Jahr für Jahr sehr viele Menschen, einen neuen Berufsstart mit dieser Ausbildung beginnen.

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