Panta rhei – Alles fließt

By 15. Mai 2014Termine

Das Pferd läuft nicht” rund”. Eine ordentliche Diagnose hat man nicht bekommen. Nur den Rat die Rückenmuskulatur zu stärken. Aha. Und wie? Die Empfehlung lautet, dass das Pferd ausgebunden über Stangen longiert werden soll.Ok. Warum? Na der Kopf muss runter, dass der Rücken hochkommt. Soso. Diese und ähnliche Erklärungen bekommt man oft, wenn man nach dem “Warum” frägt. Welche Muskeln braucht das Pferd denn, um ordentlich balanciert einen Reiter zu tragen. Wie bekommt man denn eine ordentliche Rückenmuskulatur? Zunächst mal der lange Rückenmuskel ist nicht alleine für alle Probleme dieser Welt verantwortlich.Der lange Rückenmuskel ist ein Bewegungsmuskel.Und Herr im Himmel, lasst ihn tun, wozu er da ist, sich bewegen. Den langen Rückenmuskel alleine aufzutrainieren macht nicht viel Sinn, da die Muskeln alle miteinander “verbunden” sind: Hinterhandmuskulatur, Rückenmuskulatur, Bauchmuskulatur und die Muskeln der Vorhand: Alle greifen sie ineinander. Einen schwingenden Rücken möchte man haben. Schwingen kann der Rücken allerdings nur, wenn nicht irgendeine Muskelverbindung blockiert wird ..etwa durch Ausbinder.

Schlurft die Hinterhand nur nach hinten raus und der Hals wird in seiner natürlichen Funktion als Balancestange behindert, hat der Rückenmuskel auch Sendepause.Die Bewegungen müssen fließend, von einer aktiven Hinterhand ausgehend, über sich bewegende Rückenmuskeln, bis vor in die Oberhalsmuskulatur. Von hinten nach vorne eben. Eine freie Haltung ist zum Bewahren und Wiederherstellen der Balance nötig. Nur so ist ein harmonisches Zusammenspiel der Muskeln möglich. Durch den Einsatz so manchen Hilfszügels wird das Pferd im Kopf,- und Halsbereich unbeweglich gemacht. Dieses führt dazu, dass die Hals,- und Rückenmuskulatur verspannt und sich die Aktivität der Hinterhand verringert. Durch die Verspannung ist der natürliche Zusammenhang der Bewegungen unterbrochen.Sprich: Von hinten kommt nix mehr nach vorne durch. Losgelassenheit, die nur aus einer aktive Hinterhand und schwingendem Rücken resultieren kann, wird so erfolgreich verhindert, auch von einem gleichmäßigen Muskelaufbau kann man sich verabschieden. Fängt man an ein Pferd an der Longe ordentlich zu arbeiten, ohne es dabei zu behindern, sieht das anfangs optisch natürlich nicht so toll aus. Der Kopf ist noch oben, die Hinterhand greift noch nicht nach vorne. Der Rücken weggedrückt. Hier ist allerdings zu bedenken, dass das Pferd, um eine gute Gesamtmuskulatur aufzubauen, die dafür nötigen Bewegungsabläufe erst (wieder) lernen muss. Hier ist der Punkt an dem das Pferd oft vorschnell ausgebunden wird. Der Muskulatur, welche z.T. zurück oder ungenügend ausgebildet ist, fällt es schwer die Hinterhand aktiv zu halten und so in die gewünschte Dehnungshaltung zu gelangen. Das ist anstrengend und man darf das Pferd hier nicht überfordern. Man sollte dem Pferd sie nötige Trainingszeit, die es braucht, um eine ordentliche Muskulatur aufzubauen, auch geben. Geduld haben und nicht alles übers Knie brechen müssen.

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Michael Geitner

Pferdetrainer
Michael Geitner (geb. 1964), mittlerweile einer bekanntesten und erfolgreichsten Pferdetrainer Deutschlands wuchs auf einer der ersten Western-Ranches in Deutschland auf. Er ist Autor diverser, erfolgreicher Pferdeliteratur und entwickelte mit “Be Strict“, Dual-Aktivierung und Equikinetic pferdegerechte Trainingsarten die dazu beitragen, die Welt der Pferde zu verbessern. 1999 startete er mit „Be Strict! "eines der besten Konzepte im Umgang und der Problemlösung mit Pferden. Michael Geitner konnte mit “Be Strict“ zahllosen Menschen helfen, ihre Pferde besser zu verstehen und den Umgang mit ihnen erleichtern. Die Geschichten seiner berühmte Pony/Zebradame Zesel, die Auflage der Cavallo 2003 wahrscheinlich um einiges steigerte, war nur ein eindrucksvolles Beispiel von der Wirksamkeit dieses Konzeptes. Be Strict war das Konzept das bis heute eine wichtige Basis im Zusammenleben zwischen Mensch und Pferd darstellt. Konsequenz gepaart mit Güte und Kulanz fordert Michael Geitner zur Wahrnehmung des Partner Pferd auf. Leicht verständlich, auf sehr unterhaltsame „ Geitner Art“ erklärt, war und ist „Be strict“ ein Meilenstein der Pferdeerziehung. Ebenfalls ein Ausrufezeichen im Pferdetraining, setzte Michael Geitner 2003 mit der Entwicklung der Dual-Aktivierung. Ein hoch effektives und erfolgreiches Zusatztraining für alle Sparten der Reiterei, um die Balance und die Koordination der Pferde zu fördern. Die Dual-Aktivierung ist weit mehr. Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse untermauern die Effektivität der Dual-Aktivierung. Da Pferde die Welt weitestgehend in Grauschattierungen sehen, die Farbe Blau und Gelb jedoch wahrgenommen werden, machte Michael Geitner seine „Dualgassen“ in Blau und Gelb. Mittlerweile sind diese Farben zu seinem Markenzeichen geworden. Pferdeexperten aus der ganzen Welt nutzen die Dual-Aktivierung, um im Sport Ausbildung oder Freizeitbereich die Gesundheit und die Leistungen ihrer Pferde zu fördern. Michael Geitner ist Besitzertrainer für Galopprennpferde und erreicht mit ausschließlich „alten“ Pferden erstaunliche Erfolge. Alle Pferde sind heute als Lehrpferde im Einsatz und erfreuen sich bester Gesundheit. 2013 war der Startschuss der Equikinetic. Ein effizientes Muskelaufbauprogramm, das es ermöglicht, das Pferd einfach, aber sinnvoll zu gymnastizieren und effizient Muskulatur aufzubauen. Diese Art des Trainings wird ihren Weg gehen und die Welt von Mensch und Pferd erheblich erleichtern. Mittlerweile konnte Michael Geitner in ca. 450 Lehrgängen mit über 4000 Pferd-Mensch Kombinationen, vielen Pferden und Menschen auf den Weg helfen, eine neue partnerschaftliche Beziehung zu beginnen. Michael Geitner bietet auf seiner Anlage in Rechtmehring die Ausbildung zum Dual-Aktivierungstrainer, sowie die Pferde-Wissen-Kompakt Ausbildung an. Seine Ausbildungen sind praxisnah, verständlich und fundiert und überzeugen Jahr für Jahr sehr viele Menschen, einen neuen Berufsstart mit dieser Ausbildung beginnen.

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