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Der offizielle Blog von Michael GeitnerAlles rund ums Pferd

Zack… Und weg! Die „Flight or Fight“ Reaktion

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Warum reagieren Pferde manchmal nur so überzogen? Beim Ausreiten begegnet Ihnen ein harmloses Reh und was macht Ihr Hotti ? Auf dem Absatz kehrt und rennt erst mal um sein Leben. Natürlich, das Pferd ist ein Fluchttier, also reagiert es auf Gefahr mit Flucht. Aber wegen einem Reh? Ihrem geliebten Pferd ist es in diesem Moment auch egal, ob Sie es sitzenderweise begleiten oder unfreiwilligerweise absteigen und vom Reh wohlmöglich gefressen werden. Nicht weil es Sie nicht mehr lieb hat, sondern weil es eine überlebensnotwendige Strategie verfolgt, welche es ihm ermöglicht hat, über 50 Millionen Jahre zu überleben. Die „Flight or Fight“ Reaktion, also „Flüchten oder Kämpfen“
Ihrem Pferd ist in diesem Moment nämlich nicht klar, dass es sich hier um einen harmlosen Pflanzenfresser handelt, es könnte ja auch ein höchst gefährlicher Puma sein! Read More

Durchschaut!

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Als Pferdemensch müssten Sie eigentlich alles können. Alles. Sie sollten sich in Anatomie der Biomechanik, Ausbildung des Pferdes, der Reitkunst sowie in den Bereichen Fütterung und Haltung auskennen, was letztendlich die Gesunderhaltung des Pferdes und eine harmonische Beziehung zwischen Mensch und Pferd gewährleistet. Zumindest sollten Sie sich Mühe geben. Man versucht zu verstehen und zu lernen, wie ein Pferd „funktioniert und was es braucht. Soweit so gut.
Wie gut kennen Sie sich eigentlich selber? Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie Sie auf ihr Pferd wirken und wie Ihr Verhalten oder Ihre „Art“ bei den Pferden ankommt? Read More

Die Leckerli Frage.

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Leckerli ja oder nein als Belohnung? Wir Menschen geben sie nun mal gerne. Diese kleinen
Zwischendurchhäppchen. Der eine setzt sie gezielt als Belohnung ein, beim Anderen müsste man die
tägliche Menge an Leckerli eigentlich schon von der Futterration des Pferdes abziehen.
Kaum ein Thema spaltet auch hier wiedermal die Reiterwelt so wie dieses kleine wohlschmeckende Stückchen Futter.
Manche Menschen schwören auf Leckerlis als Belohnung im Training, andere wiederum meinen,
dass Pferde ja nun mal Pflanzenfresser sind und Gras noch nie vor Pferden die Flucht ergriffen hat
und somit Leckerli kein richtiges Belohnungsempfinden auslösen, wiederum andere brauchen sie einfach nicht.
Dass mit Belohnung nicht gemeint ist, dem Pferd bei jeder erdenklichen Gelegenheit ein Möhrchen hier, ein Apfelleckerli da und zwischendurch ein Zuckerstückchen ins Maul zu schieben, dürfte klar sein. Bei manchen Pferden kann man das bedenkenlos machen, andere erzieht man sich schnell zum Beißer. Read More

Schau mir in die Augen…

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Warum scheut das Pferd plötzlich vor einer Pfütze, obwohl das noch nie ein Thema war? Plötzlich bleibt es vor einem Hindernis stehen. Es ist ihn doch schon so oft gesprungen. Ihr Pferd kann auch beim Anblick der, sonst vertrauten, Dual-Gassen einen verwirrten Eindruck machen und kurz zögern. Das Garagentor vom Nachbarn, welches jetzt wirklich bekannt sein müsste, veranlasst es einen riesengroßen Aufstand zu machen.
Bevor Sie ihr Pferd schimpfen, dass es sich nicht so anstellen soll, denken Sie daran es könnte eine andere Ursache haben. Pferdeaugen unterscheiden in vielen Punkten von den menschlichen Augen. So z.B. haben Menschen keine Traubenkörner. Schon mal gehört? Für diejenigen, die noch nie etwas davon gehört haben: hier die Erklärung. Read More

Aufgezäumt

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Was doch so alles an Pferdekopf angebracht werden kann. Verzeihung auch “in” einen Pferdekopf, respektive dem Maul. Schaut man sich heute ein hoch dotiertes Springchampionat an, könnte man alleine über die Vielfalt der kreativ angebrachten Zäumungen eine Doktorarbeit schreiben. Das will ich Ihnen nicht antun. Aber ein kleiner Einblick schadet hin und wieder nicht.
Gebisse. Bei ordnungsgemäßem Gebrauch und einer feinen Reiterhand, und nur in dieser Kombination, sind sie sicherlich dazu geeignet, um die Feinjustierung einzustellen. Häufig jedoch verursacht blankes Metal auf den Zahnleisten, die aus Haut und Knochen bestehen und sehr empfindlich sind, Schmerzen. Wie Sie sich das vorstellen können? Ziehen Sie sich mal eine Kette übers Schienbein. Bei harter Hand, scharfem Gebiss und einem uneinsichtigen Reiter, dem es egal ist, ob dem Pferd die Zunge gequetscht wird, kann bzw. wird es verheerende Folgen für das Pferd haben. Read More

Liebe geht durch den Magen

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Schaut man sich ein Pferd an verwundert es einen doch wie klein, im Verhältnis zur Körpergröße, der Magen ist. Mit gerade mal einem Fassungsvermögen von 15-20l, ist er darauf angewiesen kontinuierlich kleine Futtermengen aufzunehmen, um genügend Nährstoffe ins Pferd zu bringen. Daher erklären sich u.a. auch die ausgiebigen Fresszeiten, von 16-18 Stunden, wild lebender Pferde.
In der Maulhöhle wird von den Backenzähnen das aufgenommene Futter zunächst zermahlen, zerkleinert und ausgequetscht.
Während des Kauens wird Speichel produziert. Den Löwenanteil an der Speichelproduktion übernimmt die Ohrspeicheldrüse. Sie produziert während des Kauvorganges, pro kg Raufutter 3-5 kg Speichel, bei Kraftfutter 1-1.5 kg Speichel. Die täglich produzierte Gesamtmenge an Speichel eines Großpferdes beträgt ca. 40l. Das hat seinen guten Grund.
Speichel besitzt keine Enzyme, die das Futter schon vorverdauen könnten, aber wichtige Salze (Bikarbonate), welche für die Pufferung also Neutralisierung von Säuren benötigt werden.
Der Speisebrei gelangt durch die Speiseröhre zum Mageneingang. Dort gelangt er stoßweise, in kleinen Portionen (durch einen Schließmuskel, der sich nur von oben nach unten “öffnet”) in den Magen. Zunächst in den drüsenlosen Teil. In diesem Teil des Magens wird noch keine Magensäure (Salzsäure), ebenso kein Eiweiß spaltendes Pepsin produziert.
Hier beginnt eine enzymatische, mikrobielle Aufspaltung von leicht zugänglichen Kohlenhydraten. Dadurch entsteht als Abfallprodukt u.a. Milchsäure. Read More

Legen Sie den Schalter um!

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Es gibt diesen Typ Pferd, der vor allem und jedem Pippifatz erschrickt. Haben Sie auch so ein Exemplar?
Nach knapp zwei Minuten könnte man meinen, es hätte einen dreistündigen Saunaaufenthalt hinter sich. Der Ausdruck in seinem Gesicht, als wäre es einer Horde pferdefressender Monster begegnet und es ist der felsenfesten Überzeugung, es wird die nächsten Augenblicke nicht überleben … Sie oben drauf, manchmal nicht weniger ängstlich. Read More

Panta rhei – Alles fließt

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Das Pferd läuft nicht” rund”. Eine ordentliche Diagnose hat man nicht bekommen. Nur den Rat die Rückenmuskulatur zu stärken. Aha. Und wie? Die Empfehlung lautet, dass das Pferd ausgebunden über Stangen longiert werden soll.Ok. Warum? Na der Kopf muss runter, dass der Rücken hochkommt. Soso. Diese und ähnliche Erklärungen bekommt man oft, wenn man nach dem “Warum” frägt. Welche Muskeln braucht das Pferd denn, um ordentlich balanciert einen Reiter zu tragen. Wie bekommt man denn eine ordentliche Rückenmuskulatur? Zunächst mal der lange Rückenmuskel ist nicht alleine für alle Probleme dieser Welt verantwortlich.Der lange Rückenmuskel ist ein Bewegungsmuskel.Und Herr im Himmel, lasst ihn tun, wozu er da ist, sich bewegen. Den langen Rückenmuskel alleine aufzutrainieren macht nicht viel Sinn, da die Muskeln alle miteinander “verbunden” sind: Hinterhandmuskulatur, Rückenmuskulatur, Bauchmuskulatur und die Muskeln der Vorhand: Alle greifen sie ineinander. Einen schwingenden Rücken möchte man haben. Schwingen kann der Rücken allerdings nur, wenn nicht irgendeine Muskelverbindung blockiert wird ..etwa durch Ausbinder. Read More

Lasst sie spielen!

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Früher nutze man sie als Arbeitstiere um Äcker zu pflügen und Kutschen zu ziehen, sie wurden als Prestigeobjekt genutzt, mit ihnen wurden Kriege gewonnen … Und so manches Pferd wurde besser behandelt als die eigenen Kinder. Nicht selten hing von Pferden das Überleben ab.
Pferde waren damals schon teuer. Es wurde Wert auf ihre gute Ausbildung gelegt, ob als Zugpferd oder zum Militäreinsatz, es kostete Zeit und Geld, um eine etwas längere Haltbarkeit zu erreichen. Natürlich war damals auch nicht immer alles Gold, was glänzte, jedoch hatten die Vierbeiner einen hohen Stellenwert.
Heute sind Pferde vorwiegend im Sport,- und Freizeitbereich eingesetzt. Viele Pferde werden von ihren Besitzern geliebt. Artgerechte Haltung, eine gute Ausbildung von Reiter und Pferd, gut passende Sättel, bestes Futter, aller möglicher Schnickschnack . Für das Wohl vieler Pferde ist bestens gesorgt. Glücklicherweise hat sich da viel getan. Es werden sich viele Gedanken über pferdegerechte Haltung und Ausbildung gemacht und ein großer Teil unserer Freizeitreiter haben sich zum selbstständig denkenden Reiter entwickelt.
Glückliche Pferdemenschen, glückliche Pferde, der Idealfall. Doch die Pferdewelt ist nicht immer idyllisch.
Schlachtfohlen werden unter grausamsten Umständen von ihren Müttern getrennt und auf einen noch schlimmeren Transport zu gehen. Die Filets landen dann für 30,- /kg auf den Tellern der Feinschmeckerrestaurants. Um die Subventionen einzukassieren, werden Pferde, unter elenden Umständen, quer durch Europa gekarrt. Ein lohnendes Geschäft.
Im Sportbereich haben sie zu funktionieren. Es geht auch hier um Geld. Immer geht’s ums Geld. Betrachte man sich nur ein hochklassiges Springturnier. Was, da alles so an einen Pferdekopf Verwendung findet, um es noch lenken und bremsen zu können. Die Kreativität kennt hier kaum Grenzen. Natürlich gibt es auch viele Positivbeispiele aus dem Profibereich, aber leider überwiegen die unschönen Bilder. Schneller, weiter, höher. Erzielen sie nicht die Leistungen die man von ihnen erwartet -weg damit. Und außerhalb des Profilagers im Freizeitbereich?
Es wird dem Profibereich auch fleißig nachgeeifert. Über Sinn und Unsinn mancher Hilfszügel und fragwürdiger Reitmethoden machen sich aber “Gott seis gedankt” immer mehr Pferdemenschen Gedanken.
Der Traum vom eigenen Pferd ist heute durchaus realisierbar. Jedoch sollte der Anschaffungspreis möglichst gering sein. Pferde bekommt man heute ja auch schon relativ günstig. Was, wenn der Vierbeiner nicht den Vorstellungen, die man hatte, entspricht?
Geringer Preis, die Ansprüche sind aber, vor allem an Freizeitpferde, sehr hoch gesteckt.
Leider spiegelt aber der Umgang mit Pferden auch die Mentalität unserer heutigen Wegwerfgesellschaft wieder.
Vorneweg, es ist ja kein Verbrechen ein Pferd zu verkaufen. Manchmal kann dem Pferd nix Besseres passieren, jedoch oft ist es keine überlegte Entscheidung zum Wohl für Pferd und Mensch, sondern schlichtweg eine bequeme Endlösung.
Der Gaul bockt, zickt, erfüllt die hochgeschraubten Erwartungen nicht. Arthrose, Hufrollentzündungen, Kissing Spines. Warum für etwas bezahlen, und wir reden hier nicht von 3,50,- im Monat, dass man nicht mehr einsetzten, kann? Unreitbar – unverwendbar. Beistellpferde – der Markt wird überschwemmt damit. Es muss fairerweise gesagt werden, dass manch Mensch und Pferd hier schon eine Odyssee hinter sich haben. Aber wenn Trainer und Tierärzte mit ihrem Latein am Ende sind, wie viel soll man denn noch in das Pferd reinstecken?
Ja, eine gute Ausbildung kostet Zeit und Geld. Jedoch lohnt es, in sie zu investieren. Es geht hier nicht um Galoppwechsel und höher, schneller, weiter. Eine pferdegerechte Ausbildung reicht, um einen verlässlichen, gesunden Partner an seiner Seite zu haben.
Text u.Idee: Michael Geitner /Schmid
Thema: Lasst sie spielen!
Beitrag: Warum ist es so wichtig Fohlen die Möglichkeiten zu bieten mit Artgenossen aufzuwachsen? Spielen und toben dürfen und ihren Bewegungsdrang voll entfalten zu können. Das ist nicht nur absolut klasse anzusehen, das hat schon alles seinen Sinn.
Pferde sind, besonders in ihrer Kindheit – und Jugendphase sehr neugierige Tiere. Hat natürlich auch seinen Grund. Neugieriges verhalten trägt dazu bei, Objekt – Raum – und Bewegungskenntisse
zu lernen und diese zu auszubauen. Auch Fohlen müssen die sozialen Strukturen in einer Herde erst kennenlernen. Wäre Neugierde und Spieletrieb nicht ausgeprägt, würden sich die weiteren Überlebenschancen reduzieren. Als Fohlen und Youngsters sind diese beiden Komponenten sicherlich am besten ausgeprägt, doch bis zu einem gewissen Grad bleibt das erhalten, darum kann man Pferde z.T. bis ins hohe Alter spielen und toben sehen.
Solche Tobespiele bergen aber auch Gefahren. Trotz des Risikos eines gebrochenen Beines oder einer Wunde spielen und toben sie. Der Nutzen, den sie daraus ziehen ist, überlebenswichtig – Fohlen lernen.
Allerdings müssen zwei Faktoren die die Neugier und den Spieltrieb wecken vorhanden sein. Das eine ist die Anregung und das andere die Sicherheit das sogenannte entspannte Feld!
Fehlt eines der beiden, wird das Fohlen deutlich weniger neugierig sein und der Spieltrieb wird stark eingeschränkt.
An erwachsenen Pferden, die in monotoner Boxenhaltung eingesperrt sind und keine Anreize, durch Umwelteinflüsse oder Artgenossen haben, kann weder Spieltrieb noch Neugierverhalten beobachtet werden. Schlimmer noch, es kommt zu Stereotypien, also Verhaltensstörungen, bis hin zur Depression. Wie schlimm würde sich das auf Fohlen auswirken. Lässt man Fohlen ohne Artgenossen, Umweltreize und Bewegungsmöglichkeiten aufwachsen, würde das lebenslange negative Auswirkungen auf sein Lernverhalten haben.
Fehlt einem Fohlen die Sicherheit der Umgebung und der Herde, werden Angst und Fluchttrieb die dominierenden Faktoren sein, Neugier und Spieltrieb verlieren an Bedeutung und treten in den Hintergrund. Wer will das seinem Baby schon antun?
Ist das entspannte Feld jedoch gegeben, können sich Spieltrieb und Neugierverhalten entfalten und das Pferd lernt automatisch.
Fohlen, die mit vielen Eindrücken und Umweltreizen aufwachsen, viele Anregungen hatten, lernen in ihrem späteren Leben deutlich besser, als die Armen denen das nicht vergönnt war.
Besonders auch in der Jugendphase der Pferde wird das soziale Lernverhalten geprägt und ist entscheiden für ihre zukünftige Verträglichkeit mit anderen Pferden. Das Lernvermögen des Gehirns bleibt bis ins hohe Alter bestehen, wenn auch nicht mehr ganz so gut. Deshalb sollte man aber auch beim erwachsenen Pferd die Umgebung weder räumlich noch sozial beschränken.
Das Pferd braucht Anregungen und Artgenossen, um Interesse zeigen zu können. Aber nicht nur das Lebensumfeld auch das Training muss, um gut lernen zu können, die Aufmerksamkeit des Pferdes wecken, sonst lernt das Gehirn weniger gut.
Die Sicherheit kann im Lebensumfeld des Pferdes die Herde bzw. die Artgenossen bieten. Beim Training ist das der Mensch.
Quelle:Norbert SACHSER
Neugier, Spiel und Lernen
Verhaltensbiologische Anmerkungen zur Kindheit
Zeitschrift für Pädagogik 50 (2004) Nr. 4, S. 475 – 486

Time is cash….

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Früher nutze man sie als Arbeitstiere um Äcker zu pflügen und Kutschen zu ziehen, sie wurden als Prestigeobjekt genutzt, mit ihnen wurden Kriege gewonnen … Und so manches Pferd wurde besser behandelt als die eigenen Kinder. Nicht selten hing von Pferden das Überleben ab.
Pferde waren damals schon teuer. Es wurde Wert auf ihre gute Ausbildung gelegt, ob als Zugpferd oder zum Militäreinsatz, es kostete Zeit und Geld, um eine etwas längere Haltbarkeit zu erreichen. Natürlich war damals auch nicht immer alles Gold, was glänzte, jedoch hatten die Vierbeiner einen hohen Stellenwert.
Heute sind Pferde vorwiegend im Sport,- und Freizeitbereich eingesetzt. Viele Pferde werden von ihren Besitzern geliebt. Artgerechte Haltung, eine gute Ausbildung von Reiter und Pferd, gut passende Sättel, bestes Futter, aller möglicher Schnickschnack . Für das Wohl vieler Pferde ist bestens gesorgt. Glücklicherweise hat sich da viel getan. Es werden sich viele Gedanken über pferdegerechte Haltung und Ausbildung gemacht und ein großer Teil unserer Freizeitreiter haben sich zum selbstständig denkenden Reiter entwickelt.
Glückliche Pferdemenschen, glückliche Pferde, der Idealfall. Doch die Pferdewelt ist nicht immer idyllisch.
Schlachtfohlen werden unter grausamsten Umständen von ihren Müttern getrennt und auf einen noch schlimmeren Transport zu gehen. Die Filets landen dann für 30,- /kg auf den Tellern der Feinschmeckerrestaurants. Um die Subventionen einzukassieren, werden Pferde, unter elenden Umständen, quer durch Europa gekarrt. Ein lohnendes Geschäft.
Im Sportbereich haben sie zu funktionieren. Es geht auch hier um Geld. Immer geht’s ums Geld. Betrachte man sich nur ein hochklassiges Springturnier. Was, da alles so an einen Pferdekopf Verwendung findet, um es noch lenken und bremsen zu können. Die Kreativität kennt hier kaum Grenzen. Natürlich gibt es auch viele Positivbeispiele aus dem Profibereich, aber leider überwiegen die unschönen Bilder. Schneller, weiter, höher. Erzielen sie nicht die Leistungen die man von ihnen erwartet -weg damit. Und außerhalb des Profilagers im Freizeitbereich?
Es wird dem Profibereich auch fleißig nachgeeifert. Über Sinn und Unsinn mancher Hilfszügel und fragwürdiger Reitmethoden machen sich aber “Gott seis gedankt” immer mehr Pferdemenschen Gedanken.
Der Traum vom eigenen Pferd ist heute durchaus realisierbar. Jedoch sollte der Anschaffungspreis möglichst gering sein. Pferde bekommt man heute ja auch schon relativ günstig. Was, wenn der Vierbeiner nicht den Vorstellungen, die man hatte, entspricht?
Geringer Preis, die Ansprüche sind aber, vor allem an Freizeitpferde, sehr hoch gesteckt.
Leider spiegelt aber der Umgang mit Pferden auch die Mentalität unserer heutigen Wegwerfgesellschaft wieder.
Vorneweg, es ist ja kein Verbrechen ein Pferd zu verkaufen. Manchmal kann dem Pferd nix Besseres passieren, jedoch oft ist es keine überlegte Entscheidung zum Wohl für Pferd und Mensch, sondern schlichtweg eine bequeme Endlösung.
Der Gaul bockt, zickt, erfüllt die hochgeschraubten Erwartungen nicht. Arthrose, Hufrollentzündungen, Kissing Spines. Warum für etwas bezahlen, und wir reden hier nicht von 3,50,- im Monat, dass man nicht mehr einsetzten, kann? Unreitbar – unverwendbar. Beistellpferde – der Markt wird überschwemmt damit. Es muss fairerweise gesagt werden, dass manch Mensch und Pferd hier schon eine Odyssee hinter sich haben. Aber wenn Trainer und Tierärzte mit ihrem Latein am Ende sind, wie viel soll man denn noch in das Pferd reinstecken?
Ja, eine gute Ausbildung kostet Zeit und Geld. Jedoch lohnt es, in sie zu investieren. Es geht hier nicht um Galoppwechsel und höher, schneller, weiter. Eine pferdegerechte Ausbildung reicht, um einen verlässlichen, gesunden Partner an seiner Seite zu haben.

… und es wird noch heißer.

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35° im Schatten, Pferde dösend im Energiesparmodus, am besten gar nicht bewegen.
Nachdem dieser Frühling doch etwas mager ausgefallen ist, sie kommen die doch noch, die heißen Tage.
Nicht nur Menschen macht die Hitze zu schaffen. Obwohl Pferde gegen Hitze durchaus Abwehrmechanismen besitzen, haben sie damit wesentlich mehr zu kämpfen als mit Kälte.
Gut, sie sind keine Kamele die ihre Körpertemperatur mal eben auf 42 °C hochfahren können, aber auch Pferde schützen sich, um eine Überhitzung zu vermeiden. Im schlimmsten Fall entstehen irreversible Schäden im Organismus und Proteine denaturieren.
Es kommt es zur Hyperthermie – dem Hitzetod. Damit dieses nicht geschieht, hat sich die
Natur einige Schutzmechanismen einfallen lassen.
Zunächst handeln Pferde instinktiv. Sie suchen kühle Orte mit möglichst kühler Luftbewegung auf, legen sich auf einen kühlen Untergrund. Pferde bilden im Sommer ein kurzes Haarkleid aus, reduzieren die Futteraufnahme und die Aktivität wird vermindert, die Atemfrequenz steigt an. Da sollte man sich auch überlegen, wie intensiv der Ausritt oder das Training an diesen Tagen sein sollte.
Die Körpertemperatur steigt etwas an, aber die Kerntemperatur muss erhalten werden.
Noch was Schlaues, das auch uns bekannt ist, sie schwitzen. Zum Schwitzen benötigt der Körper nicht viel Energie, hat aber einen hohen Abkühlungseffekt, da Verdunstungskälte erzeugt wird. Jedoch muss darauf geachtet werden, dass genügend Wasser zur Verfügung steht und auch Kochsalz sollte aufgenommen werden können, da auch Elektrolyte beim Schwitzen verlorengehen. Wir brauchen kein handgeschabtes Himalaja-Spezialsalz, ein normaler Salzleckstein tut es auch, jedoch sollte es zur Verfügung stehen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist schwitzen relativ unwirksam.
Genügend Wasser, Salz, schattige Unterstellmöglichkeiten und auf das Training achten und vielleicht mal eine kleine Abkühlung im Fluss oder aus dem Wasserschlauch, dann werden auch heiße Tage gut überstanden.

Ausgedient……

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Für uns Pferdeverrückten sollte der letzte Gang eigentlich auch der letzte Ausweg sein, den man als Option für sein Pferd hat. Wir wollen ihnen das Leiden ersparen, und wenn nichts mehr zu machen ist, alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind und der Schmerz überwiegt, haben wir die Möglichkeit unser Pferd zu erlösen. So sehen das viele, und wenn man diese Einstellung mit der Realität vergleicht und den Pferdebestand in den Schlachthöfen begutachtet, tut sich hier ein anderes Bild auf.
Da es in Deutschland nur erlaubt ist Tiere aus einem vernünftigen Grund zu töten, landen hier oft die ungewollten, kranken nicht mehr bezahlbaren Pferde. Problempferde, Scheidungsweisen, Pferde, deren Besitzer nicht mehr die nötigen finanziellen Mittel haben, überproduzierte Fohlen, ausgediente geschundene Kreaturen oder die Pferde, die einfach übrig sind. Sehnenschaden, Rehe Hufrolle, Fesselträgerschaden, Kissing Spines…die Tiere sind einfach nicht mehr nutzbar, aber haben ohne Belastung noch genügend Lebensqualität. Kein Tierarzt wird diese Pferde einschläfern. Aber wer will sie denn noch? Der Versuch sie als Beisteller zu vermitteln, klappt nicht immer.
Pferde kosten im Unterhalt nicht nur 3,50,- im Monat. Man muss sich leisten können zu helfen. Der Pferdemarkt ist schlecht, Ponys ab 300 Euro. Also warum soll man sich ein Pferd antun, das krank oder schwierig und nicht nutzbar ist, wenn man relativ günstig, ein gesundes Pferd ohne Macken haben kann?
Oft ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und man kann nur hilflos zusehen, wie die Transporter nach Italien fahren oder der Hänger zum Metzger im Nachbarort. „Finitum Punktum“
Ein Pferd anzuschaffen will gut überlegt sein. Der Anschaffungspreis ist oft nicht das Ausschlaggebende. Heute kann man Pferde ja auch schon in Raten abzahlen. Teuer ist Unterhalt incl. Tierarztkosten und Ausbildung. Ein gut ausgebildetes und gesundes Pferd hat aber i.d.R. seinen Preis. Es wurde investiert und muss weiterhin versorgt und gefördert werden.
Wenn dann Probleme, gesundheitlicher oder verhaltenstechnischer Art auftreten, kann das eine tiefe Schneise im Geldbeutel hinterlassen. Man hat nicht alles in der Hand, wenn man so ein Pferd betreut. Es gibt Sachen, die passieren einfach. Aber, viele Probleme, gesundheitlicher wie psychischer Art sind hausgemacht. Mangelnde Ausbildung, Fehlbelastung der Gelenke, falsches Reiten, schlechte Sättel, mangelndes Wissen im Pferdeumgang und Pferdehaltung. Um solche menschengemachten Probleme zu vermeiden, setzt es eine gute Ausbildung des Pferdes und Reiters
voraus. Selbst wenn ein Pferd gesund ist und nicht mal allzu große Macken hat, aber halt kein
100%iges Verlasspferd ist, sprich scheut hier und da, geht nicht alleine ins Gelände und im Umgang ist es auch etwas kompliziert, etc., wird es schon schwieriger es zu verkaufen. Wandert dieses Pferd dann noch durch unzählige Hände, kann man sich vorstellen, dass es nicht besser wird.
Auf Ausbildung setzten, von Mensch und Pferd und genau an der wird oft gespart. Das kann einen ganzen Rattenschwanz hinter sich herziehen und der „Bock“ landet dann vielleicht beim Metzger.
Gefragt sind Pferde, die verlässlich und gesund sind, Leistung bringen und nicht nur auf der Koppel bestaunt werden können. Ausbildung kostet halt nun mal Geld, Zeit und Geduld und erfordert das nötige Wissen.
Vielleicht ist es Wunschdenken, das kein Pferd mangels Ausbildung und Ausbildungsfehlern zum Metzger geht. Keiner ist perfekt, aber arbeiten können wir dran und das Beste geben.

Nicht nur Reiten will gelernt sein!

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Man kann fast nicht zusehen. Das 600kg Warmblut zieht seine Besitzerin auf dem Weg zur Halle gerade dahin, wo es ihm gerade passt. Auf einmal wird das Pferd ängstlich, weil es irgendetwas gesehen oder gehört hat und seine nebenherlaufende Begleitung ist völlig mit der Situation überfordert. Das Pferd hat jetzt beschlossen, dass es genug ist, und verschafft sich durch einen Ruck am Strick seine Freiheit und bringt sich selber erst mal in Sicherheit. Die völlig entnervte Besitzerin weiß nicht mehr, was tun. Ständig dieser Affenzirkus. Ihre eigene Angst vor dem Pferd steigert sich von Mal zu Mal. Man darf nicht vergessen 600 kg, wenn man da gerade ungünstig im Weg steht, wächst kein Gras mehr.
Für pferdeerfahren Menschen ein Unding. Ja mei, würde sie doch so oder so agieren, wär das doch alles kein Problem. Ja klar sie haben Recht, nicht immer im Detail mit den Tipps, aber die ängstliche Dame muss was ändern. Man fragt sich jetzt natürlich unweigerlich. Warum hat jemand ein Pferd, wenn er es noch nicht einmal führen kann? Weil ihr höchstwahrscheinlich die Erfahrung fehlt und es ihr niemand beigebracht hat. Wie jetzt? Sie wird jawohl Reitunterricht gehabt haben? Wahrscheinlich, aber heutzutage wird in normalen Unterricht eben nicht mehr vermittelt wie mit Pferden umgegangen werden soll. Oft ist es leider so, dass die Vermittlung des Grundwissens viel zu kurz kommt.
Man bekommt erklärt, wie man lenkt, wie man richtig sitzt, wenn man nen guten Lehrer hat, sogar, warum sie Hilfen so und so gegeben werden müssen. Warum es für Pferd und Reiter wichtig ist. Aber wie ein Pferd denkt, fühlt, reagieren kann und wie man im täglichen Leben den Pferden eine Führung, statt die Krücke nebenher ist, sagen einem die wenigsten. Hat natürlich seinen Grund. Zeit. Eine Reitstunde max. 45.min kostet sagen wir mal im Durchschnitt 25,-. Da wird halt geritten. Der Reitlehrer hat weder die Zeit noch so viel auf dem Konto, dass er grundlegende Sachen wie den Umgang jedes Mal noch ne Stunde umsonst erklären kann. Und oftmals wird das ja auch gar nicht verlangt, dass der Reitlehrer mal eine Stunde in „Pferdeumgang“ gibt. Defizite auf beiden Seiten.
Kann man dann so einigermaßen gerade auf dem Pferd sitzen, wird der Wunsch nach einem Eigenen laut. Man sucht sich nun ein schickes Pferd aus, das vermeintlich passt, und will seinem Bedürfnis zu Reiten nachkommen. Es kommt vor, dass die Berater die beim Pferdekauf dabei waren, etwas daneben lagen, oder aber es hat anfangs gepasst und nach vier fünf Wochen macht der Gaul, was er will. Jetzt muss der Pferdeflüsterer her, denn Fury funktioniert nicht mehr.
Wenn Pferde mit ihren Besitzern nicht harmonieren, liegt aber meistens daran, dass diese nicht wissen, wie sie Pferde zu deuten und zu führen haben. Menschen mit wenig Wissen und Erfahrung kommen da ganz schnell mal vom Traumpferd zum Albtraumpferd, es sei denn, sie haben so ein Pferd erwischt, das gar nix schocken kann. Nicht mal ein unsicherer Mensch an der Seite.
Wir sind uns auch einig, dass nicht jedes Pferd mit jedem Menschen die optimale Konstellation abgibt.
Trotzdem. Das Positive ist, man kann es lernen. Auch wenn es schon Probleme gibt, kann man lernen dem Pferd Sicherheit zu geben. Nur darf man die Fehler halt nicht pauschal beim Pferd oder irgendjemand suchen. Vorher lernen, wie man mit Pferden umgeht, Erfahrungen sammeln und sich jemand Kompetenter zur Seite stellen, der einem hilft. Dann steht irgendwann auch dem Traumpferd nix mehr im Weg.

Bauchgrummeln

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Sie satteln Ihr Pferd, machen es zum Reiten fertig und dann, beschleicht Sie dieses beklemmende Gefühl aufzusteigen. Vielleicht hat Ihr Pferd letztes Mal nen Satz gemacht oder bisschen gebuckelt. Auf jeden Fall hat er Ihnen Respekt verschafft. Aber zum Glück ist nichts passiert. Nach ein paar Runden fühlen sie dann wieder die vertraute Sicherheit im Sattel.
Früher war das anders. Als wir noch jung waren. Wir waren mutiger und so ein Hopserchen oder auch mal etwas gröbere Aktionen haben uns nicht gleich aus der Fassung gebracht. Gott was haben wir Blödsinn gemacht. Da wurde im Gelände jeder Sprung angepeilt, Wettrennen durch Wald und Flur machten richtig Spaß und je verrückter ein Pferd war, umso besser. Auf den Steig ich nicht auf ?..gabs nicht. Man kann nur sagen Glück gehabt, dass nix passiert ist. Klar, 25 Jahre und vielleicht 2 Kinder später, wird man vorsichtiger, hat gelernt, Respekt zu haben. Das ist auch gut so. Das Gefühl auf einem durchgehenden Pferd zu sitzen und jegliche Kontrolle zu verlieren, oder auch tatsächlich abgebuckelt,
gebissen oder getreten zu werden, oder das steigende Pferd sich überschlägt… da kann man ganz gut drauf verzichten. So richtig Angst hat man nicht, aber der Respekt ist da und das ist eine gute Voraussetzung.
Anders sieht es aus nach einem Reitunfall. Das Vertrauen zum Pferd ist erst mal weg. Die Angst hat sich tief ins Gehirn eingegraben. Die Verletzungen sind zwar verheilt, die Angst vor einem erneuten Unfall bleibt. Das Vertrauen zum Pferd ist komplett weg. Angst ist eine Schutzfunktion des Körpers. Einfach ignorieren ist schwierig bis unmöglich. Nichtsdestotrotz ist der Wunsch zu reiten da.
Wir haben unser Leben fast den Pferden verschrieben, dennoch: Ein Großpferd hat 600 kg Lebendgewicht, und wenn es seine Kraft dazu verwendet, um zu flüchten, sich zu wehren oder sich aus der Situation zu befreien, kann das böse Folgen haben. Es gibt durchaus Pferde die haben Kuscheltiercharakter. Pferde sind aber kein Spielzeug und oft passiert sogar was, wenn man überhaupt gar nicht damit rechnet. Man muss noch nicht mal draufsitzen. Mache Pferde mag man noch nicht mal aus der Box holen. Angst ist ein schlechter Berater am Pferd, nicht zu verwechseln mit Respekt verliert man den, kann das lebensgefährlich sein.
Viele fragen sich jetzt warum, in drei Teufelsnamen, will man reiten, wenn man Angst vor dem Pferd hat? Weil der Wunsch diesen Tieren nahe zu sein, einfach zu groß ist.
Suchen Sie sich einen Trainer der viel Geduld mit Ihnen hat und weiß, wie es zu schaffen ist, dass
Ihre Angst weniger wird.
Ein Trainer, der Sie auf Ihrem Weg zu „angstfreiem Reiten zu begleitet, kann da eine echte Hilfe sein. Ein Pferd, welches Vertrauen ausstrahlt und souverän in jeder Situation reagiert, um Ihnen das Vertrauen wieder zurückzugeben, hat schon so manchem
ängstlichen Reiter helfen können. Und der Spruch “Reiten hilft“, gilt auch hier. Je mehr Routine man erlangt, umso einfacher wird es wieder, ohne dieses „Magenklemmen“ aufzusteigen.
Dennoch gibt auch deutliche Grenzen für uns Pferdetrainer. Dann, wenn die Angst so groß wird, dass Sie nicht mehr schlafen können, oder gar noch Schlimmeres. Sind Sie an so einem Punkt angelangt, sollten Sie sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ein Pferd ist ein Pferd.

By Termine No Comments

Ein Pferd ist ein Pferd und kein Mensch!

Sie sehen anders, hören anders, riechen anders. Wie und was ein Pferd genau denkt, können wir nur erahnen, nicht wissen. Sie empfinden z. B. auch Kälte anders als wir.
Schon das können wir als Mensch kaum nachvollziehen. Sie sind natürlich durchaus in der Lage zu fühlen. Trauer, Zuneigung und Angst empfinden Pferde ebenso wie wir. Es gibt durchaus Gemeinsamkeiten, ansonsten könnten wir nicht auf die Kooperation unserer Pferde hoffen. Dennoch Pferde sind keine Kuscheltiere.
Sie eignen sich zwar durchaus dazu gestreichelt zu werden, aber diesen Status haben sie nicht verdient. Ebenso sind sie keine unberechenbaren Kreaturen, denen man nur mit absoluter Härte entgegenkommen muss. Wir Menschen neigen dazu, Verhaltensweisen von Pferden so zu interpretieren, wie wir sie gerne sehen möchten.
Kommt Ihr Pferd wiehernd auf Sie zugelaufen(“ Komm zu Mami“), denken Sie natürlich es freut sich, Sie zu sehen. Vielleicht. Vielleicht haben Sie aber auch nur immer ein Leckerli parat, auf das sich das Pferd freut.
Da kabbelt „Schatzi“ am Arm und wir finden das ja so nett. Dabei will Schatzi nur ein Leckerli und die Gefahr, dass er seinem Anliegen irgendwann Nachdruck verleiht und die Zähne einsetzt, wird völlig ignoriert. Wehe, er tut es dann doch. Oftmals sind wir sehr nett zu unseren Pferden, lassen Ihnen alles durchgehen und hoffen, dass diese Liebe auf Gegenseitigkeit beruht.

Ein anderes Extrem ist es, die Verhaltensweisen in unser Pferd zu interpretieren, wenn es nicht so will wie wir. Da kommt schnell der Spruch: “Der veräppelt mich.“ Wir sind fast persönlich beleidigt, wenn Hotti mal nicht so funktioniert, wie wir das gerne hätten. Lassen wir doch unsere Pferde auch Pferde sein. Lieben sie, wie sie sind und schrauben, unsere Erwartungen, die sehr vielseitig sind, etwas herunter. Verlangen nur das von ihnen, was sie uns geben können und noch gut für sie ist. Wenn wir Pferde halten sind wir verpflichtet ihren Bedürfnissen nach Licht, Luft, Bewegung und Pferdegesellschaft nachzukommen und sie nicht 23 Stunden in die Box zu stellen, um sie dann eine Stunde reiten zu können, aber auch nicht wild zusammengewürfelt in einen Offenstall unterbringen.(Betonung liegt auf wild zusammengewürfelt!).

Wir sollten uns Gedanken machen, welche Ausbildung ein Pferd braucht, um unsere Bedürfnisse erfüllen zu können und nicht erwarten, dass das von alleine geht. Pferde sollten weder Kind, – noch Partnerersatz oder Sportgerät sein, sondern das Pferd an unserer Seite bleiben dürfen.